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Westheim bei Bad Kissingen
Der Himmel zum Greifen nah
Ein außergewöhnliches Konzert gab es mit Friedbert Heckmann in Westheim. Mit dem Saxophon interpretierte er bekannte Hits und Songs zum Thema „Heaven“.
Smooth oder rockig, Friedbert Heckmann fand zu den Balladen und Songs immer den richtigen Ton. Das außergewöhnliche „Ein-Mann-Konzert“ hinterließ einen starken Eindruck.       -  Smooth oder rockig, Friedbert Heckmann fand zu den Balladen und Songs immer den richtigen Ton. Das außergewöhnliche „Ein-Mann-Konzert“ hinterließ einen starken Eindruck.
Foto: Winfried Ehling | Smooth oder rockig, Friedbert Heckmann fand zu den Balladen und Songs immer den richtigen Ton. Das außergewöhnliche „Ein-Mann-Konzert“ hinterließ einen starken Eindruck.
Winfried Ehling
 |  aktualisiert: 04.04.2025 02:41 Uhr

Das Projekt „Kulturpunkte“ des Dachverbands freier Würzburger Kulturträger fand auch in der Kirche St. Peter und Paul im Rahmen eines Konzert ein Echo. „Black-Sax“-Musiker Friedbert Heckmann, der „Mann mit dem schwarzen Saxophon“, begleitete und variierte das vorgegebene Thema „Heaven“ anhand von bekannten Rock- und Popsongs und Spirituals.

Das erfuhren rund 40 Zuhörer beispielsweise in der Komposition von Bob Dylan , die Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts durch die Band „ Led Zeppelin “ Weltruhm erlangte und bis dato aktuell geblieben ist: „Knocking on Heavens door“. Heckmann überließ die Einführung der Filmmusik der Elektronik und setzte dann zunächst begleitend, ab Mitte des Stücks selbst in das Werk eintauchend, mit Saxophon-Power seinen Part.

Der Folk-Rock-Song aus dem Movie „Pat Garrett & Billy the Kid “ fand seinerzeit viele Nachahmer, unter anderem die Hardrock-Band „Guns N’Roses“, die - weil erst 1985 gegründet – spät eine Adaption des Lieds vom angeschossenen, sterbenden Sheriff herausbrachte. Mit der Stimme von Axl Rose und ihrer rockigen Instrumentierung ist sie wohl die härteste Version des Dylan-Werks, die der Hammelburger Musiker auch so darstellte.

Neben dem Anklopfen an die Himmelspforte fand die britische Superband „ Led Zeppelin “ auch die Treppe in den Himmelshafen, „Stairway to Heaven“ heißt die Lösung, die Sänger Robert Plant mit begnadeter Hingabe sang. Den verwirrend-philosophischen Text deutete schon die Gattin des Musikers, Maria Heckmann an, die zwischen den Stücken als Moderatorin wirkte.

„Hymn“ und „Imagine“

Mit der Barclay James Harvest Ballade „Hymn“ setzte der Saxophonist sein Konzert fort, wobei er sein Instrument auf die Seite legte und selbst auch sang. Maria Heckmann stellte den Song als Versuch dar, aus eigener Kraft zu fliegen. Jesus kam vom Himmel auf die Erde und erzählte wunderbare Geschichten von Gott. Doch die Menschen töteten ihn und er stieg in den Himmel auf. Ist das ein Hinweis, dass wir nur mit Gottes Hilfe fliegen können?

Auch Bryan Adams , der heuer in Deutschland auf Tournee ist, hat das Thema Himmel ausgewählt - allerdings als Liebeserklärung - für wen auch immer. „Du bist alles, was ich will. Ich habe die Liebe gesucht und fand sie in deinem Herzen“, singt er in seiner Rock-Ballade „Heaven“. Friedbert Heckmann begleitete diese komplett mit dem „Black Sax“.

Wer in diesem Reigen nicht fehlen durfte, ist John Lennon und sein Lied „Imagine“, in dem er sich eine Welt frei von Besitz, Religion, Krieg und Hunger vorstellt. Die Komposition des Beatle gilt noch heute, nach 50 Jahren, als Friedenslied und ist bis dato populär. Ehefrau Maria zitierte dazu ein selbst verfasstes Gedicht und die Frage „Wie wäre eine Welt ohne Himmel, ohne Religion?“

Einen trauriger Anlass, der Tod seines vierjährigen Sohnes, verarbeitete Eric Clapton in seinem Titel „Tears in Heaven“. Er spürt dabei, dass er dort, wo sein Sohn jetzt weilt, noch nicht hingehört, sondern stark sein und weitermachen muss. Clapton realisiert, dass es im Himmel keine Tränen gibt, auch wenn der Titel das Gegenteil besagt. Dem Saxophonisten gelang es, dieses „Zwiegespräch“ zwischen Vater und Sohn zart und zerbrechlich zu begleiten, wie es dem Umstand entspricht. Gattin Maria fügte ihr Gedicht „Trotzdem“ hinzu.

„Bridge over troubled water“, die Ballade von Simon and Garfunkel , zielte nicht speziell auf den Himmel ab, sondern auf Hilfe und Behüten einer geliebten Person, wenn sie auf einer Brücke den aufgewühlten Fluss überqueren muss. Doch schickt diese liebende Fürsorge nicht auch der Himmel?

Zugaben

„Heavenly Blues“ (Himmlischer Blues) und „Somewhere over the rainbow“ bildeten als Zugaben den Abschluss dieses außergewöhnlichen Konzerts , das mehr Publikum verdient gehabt hätte. „Jenseits des Regenbogens“ (Somewhere over the rainbow) stammt noch aus der 30erJahren des vorigen Jahrhunderts und wurde von zahlreichen großen Sängerinnen , beispielsweise Judy Garland , zum Evergreen erhoben.

Der Mann mit dem „Black-Saxophon“ und seine Frau Maria gestalteten im Rahmen des Projekts „Kulturpunkte“ ein echtes Musikerlebnis in der Westheimer Kirche.       -  Der Mann mit dem „Black-Saxophon“ und seine Frau Maria gestalteten im Rahmen des Projekts „Kulturpunkte“ ein echtes Musikerlebnis in der Westheimer Kirche.
Foto: Winfried Ehling | Der Mann mit dem „Black-Saxophon“ und seine Frau Maria gestalteten im Rahmen des Projekts „Kulturpunkte“ ein echtes Musikerlebnis in der Westheimer Kirche.
 
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