
Kontinuität herrscht beim Mottener Ortsverband des VdK. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder machen weiter. Carmen Ruppel, die die Jahreshauptversammlung des VdK eröffnete, hatte seit dem Tod des Ersten Vorsitzenden Wolfgang Jung die Leitung des Verbandes kommissarisch übernommen, ihr Ehemann Joachim kommissarisch den Posten des Stellvertreters.
Die anstehenden Neuwahlen liefen kurz und bündig ab, denn jeder wurde in seinem bisherigen Amt einstimmig für die nächsten vier Jahre bestätigt. Bärbel König kommt als neue Beisitzerin hinzu. Carmen Ruppel ist Erste Vorsitzende, Joachim Ruppel nun Zweiter Vorsitzender. Marlen Jung bleibt Schriftführerin, Johanna Kömpel ist weiterhin Beisitzerin.
Erika Klieber und Michael Slawiak, die bereits seit 25 Jahren im VdK-Vorstand tätig sind, führen ihre Ämter als Vertreterin der Frauen und Kassier weiter. Sie wurden für ein Viertel-Jahrhundert „durchgängige ehrenamtliche Mitarbeit“ geehrt. „Eine erstaunliche Leistung“ betonte Steve Metz, Geschäftsführer des VdK-Kreisverbandes Bad Kissingen.
Er informierte über die Einteilung der Pflegegrade und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. 2017 war der Begriff der Pflegebedürftigkeit zusätzlich zu den körperlichen Problemen durch kognitive und psychische Faktoren ergänzt worden.
Die Beeinträchtigung der Selbstständigkeit werde durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in einem Punktesystem erfasst, erklärte er weiter. Die Pflegekasse entscheide über den Pflegegrad gemäß der Angaben des MDK.
Abgefragt wird (un-)selbständiges Verhalten im Bereich Mobilität, kognitiver und kommunikativer Fähigkeiten, psychischer Probleme, der Selbstversorgung, im Umgang mit Krankheit, im Alltagsleben und hinsichtlich sozialer Kontakte.
Schwerpunkt seines Vortrags waren die Leistungen, die Pflegebedürftigen zustehen. Neben Beratung, Hilfsmitteln, Pflegekursen und einem monatlichen Entlastungsbetrag gibt es ab Pflegegrad zwei Pflegeleistungen , Pflegegeld , Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie die vollstationäre Pflege.
Obwohl Pflegeleistungen gewährt werden, bestünden massive Probleme, Pflegedienste und Pflegeplätze zu finden, berichtete Steve Metz. Und diese Situation werde sich in Zukunft noch verschärfen.
Zusätzlich zu der jetzt schon bestehenden Überalterung der Gesellschaft sei mit Eintreten der geburtenstarken Jahrgänge in das Rentenalter steigender Bedarf zu erwarten: „Wenn die Baby-Boomer gepflegt werden müssen, ist es unvorstellbar, was auf die Kassen und uns zukommt. Die Kosten werden explodieren“, sagt Steve Metz voraus.
Carmen Ruppel berichtete über die Aktivitäten des VdK. Kassier Michael Slawiak meldete ein sicheres finanzielles Polster. Alle Belege und Unterlagen schickt er monatlich zur Prüfung zum Kreisverband. Dessen Quartalsberichte können bei Slawiak eingesehen werden.
Der Ortsverband ehrte einige seiner Mitglieder für ihre Treue. Für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten eine Urkunde sowie das Treueabzeichen in Bronze: Gerd Ziegler, Alice und Josef Morshäuser, Gebhard Bauer, Gerhard Kömpel und Helga Klein . Thomas Hohmann, Martin Seybold, Dieter Detzer und Gerd Scherner bekommen die Urkunden nachgereicht.
Edmund Helfrich ist seit 30 Jahren dabei und erhielt eine Auszeichnung. Die Urkunde für 30-jährige Mitgliedschaft an Peter Scherner reicht der Verband nach.
Bürgermeisterin Katja Habersack erklärte, der VdK übernehme „Beratungsleistung, die unersetzlich ist und Stütze bietet“. Der Pflegestützpunkt in Bad Kissingen führe durch „den Dschungel an Leistungen hindurch“, er sei eine Anlaufstelle für die Betroffenen. Hinsichtlich des grundsätzlich angestrebten Bürokratieabbaus müsse man darauf achten, dass im Pflegebereich keine Pauschalentscheidungen gefällt werden, sondern es seien „gerechte Einzelfalllösungen gewollt“.
Der VdK-Kreisverband Bad Kissingen hat derzeit 11.200 Mitglieder, dies entspricht elf Prozent der Bevölkerung. In Bayern sind etwa 835.000 Menschen Mitglied beim VdK, dies sei laut Steve Metz eine „Rekordzahl“. Jedes Jahr kämen etwa 20.000 bis 25.000 neue Mitglieder hinzu. „Wir haben enormes Wachstum.“


