
Rund 100 Einheimische sind zur Bürgerversammlung in die Aschacher Zehnthalle gekommen. Etwas zögerlich war der Start in die Diskussionsrunde nach der dreißigminütigen Vorstellung der Leistungen und Pläne der Marktgemeinde Bad Bocklet.
Doch dann stand vor allem die 1,4 Millionen Euro teure Sanierung der Von-Henneberg-Straße im Mittelpunkt der Nachfragen. Bürgermeister Andreas Sandwall warb um Verständnis für die notwendige Maßnahme, die mit einer Vollsperrung verbunden sein wird und Einschränkungen für die Anwohner mit sich bringen wird.
979 Einwohner
Die Marktgemeinde Bad Bocklet wachse stetig und habe fast die 5000er-Marke bei den Einwohnern erreicht, sagte Sandwall. Mit 979 Einwohnern lebt rund ein Fünftel davon in Aschach, und für diese gelte ebenfalls ein sehr niedriger Schuldenstand in Höhe von 87 Euro pro Einwohner. „Damit haben wir einen Freiraum für Investitionen, die wir ab 2025 angehen wollen“, so Sandwall und kündigte für 2025 eine Kreditaufnahme von 1,2 Millionen Euro an.
Dann ging er auf die Brückenproblematik und die „Schlaglochoffensive“ auf den Straßen in den Gemeindeteilen ein. In Aschach stehe die große und zwingend notwendige Sanierungsmaßnahme der Von-Henneberg-Straße an erster Stelle, die noch in diesem Jahr abgeschlossen sein soll. Die Ausschreibung sei beendet, jetzt gehe es um die Vergabe, erklärte der Bürgermeister.
„Es wird eine harte Zeit“, sagte Sandwall, an die Anlieger und Einwohner gerichtet. Auf einer Internetseite möchte man über die Fortschritte der Baumaßnahme jeweils aktuell informieren. Es handele sich um eine Vollsperrung, wobei die Hofzufahrten für Anlieger von beiden Seiten möglich sein sollen.
Video zeigt Folgen von Starkregen
Ein weiterer Punkt war der Hochwasserschutz , der für Sandwall eine wichtige Aufgabe der nächsten Jahre ist. Die Aschach kommt im Tal aus Burkardroth und wird durch viele kleine Zuflüsse gespeist. Welche Folgen ein Starkregenereignis haben würde, zeigte ein Video von einer überfluteten Brücke in der Badergasse.
Sandwall möchte erst einmal die Barrieren beim Feuerwehrplatz minimieren. Damit könnte man Flächen schaffen, sodass das Wasser besser abläuft. Außerdem könnten die Flächen mit einem Wassererlebnisbereich verbunden werden, so sein Vorschlag.
Aufgeschütteter Wall
Ein weiterer starker Einschnitt in die Landschaft wäre ein aufgeschütteter Wall auf Höhe der Fahrradbrücke bei Frauenroth. Dieser wäre nach Vorstellungen übergeordneter Behörden notwendig, um einen wirkungsvollen Schutz bei einem einhundertjährigen Hochwasser zu haben. In einer Simulation zeigte Sandwall, welche Folgen für das Tal eine 8,5 Meter bzw. 12,15 Meter hoch aufgeschüttete Barriere hätte. Keine leichte Entscheidung, sagte Bürgermeister Sandwall.
Die Frage- und Diskussionsrunde eröffnete Florian Haberer für den SPD-Ortsverband, der die Schwelle von 5000 Einwohnern ansprach und die damit verbundene Erweiterung auf zwanzig Marktgemeinderäte – und nutzte die Gelegenheit, um für politisches Engagement zu werben. „Die Zensus-Zahlen sind schlechter als die Zahlen der Marktgemeinde“, so Sandwall, „und diese seien leider entscheidend. Woran das liegt? Keine Ahnung.“
Jan Voll wollte wissen, ob für die Sanierung der Von-Henneberg-Straße schon eine Verkehrsführung für die Bauzeit geplant sei. Das sei noch nicht geklärt, so die Antwort. Sicher sei, dass es eine Vollsperrung geben werde, wobei die Anlieger von beiden Seiten zufahren könnten, aber auch mit Einschränkungen rechnen müssten.
„Gefühlt halten sich die Autofahrer nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit in dieser Hauptstraße“, so ein Einwand. Bei Kontrollen habe man wenig Verstöße festgestellt, so die Antwort, und die Straße werde nach der Sanierung auch aufgrund der Engstellen weniger attraktiv.
Sabine Wiegand sieht in der Badergasse/Höhe Kindergarten eine Gefahrenstelle und wünschte sich eine bessere Verkehrsführung.
Schäden befürchtet
Robert Schmitt und Benedikt Hahn befürchten, dass der umgeleitete Verkehr für die geplanten Baumaßnahmen an den Brücken bei Klein- und Großenbrach sowie an der Schlossbrücke in Aschach zur Belastung für die Anwohner werden, mit Schäden am Straßenbelag oder an den Anwesen. Ein Durchfahrtverbot für Lkw oder eine Beschränkung auf 2,8 Tonnen würde helfen, so die beiden Redner.
Auch die neue Fahrradbrücke auf der Höhe von Frauenroth war ein Thema: Sie sei insgesamt gut, aber schlecht für die Vierbeiner, und deshalb gab es die Bitte, nachzubessern.