Konzentrierte Gesichter, gespannte Stille. Dann: das Eröffnungsstatement. Es ist ruhig, bedacht – und doch kraftvoll. Julian Engelhardt steht im Finale des Regionalwettbewerbs „Jugend debattiert“ der Region Unterfranken Ost – Oberfranken. Er beginnt mit klarer Stimme: „Der Ton in Deutschland ist rauer geworden! Die Bundestagswahl hat gezeigt, welchen Einfluss die sozialen Medien auf die Wahlentscheidung besonders junger Erwachsener haben.“
Der 18-Jährige vom Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt lässt im Verlauf der Debatte keinen Zweifel: Er hat nicht nur gründlich recherchiert, sondern auch verstanden, wie man Haltung zeigt – mit Argumenten, heißt es in der Pressemeldung des Gymnasiums.
In der Finalrunde der Sekundarstufe II zum Thema „Sollen extreme Parteien von Diskussionsrunden ausgeschlossen werden?“ setzte sich Engelhardt souverän gegen starke Konkurrenz durch. Seine Fähigkeit, Fakten mit Empathie zu verbinden, brachte ihm am Ende den ersten Platz ein – und das Ticket zum Landeswettbewerb nach München am 8. April.
Doch schon in den Qualifikationsrunden zeigte sich, wie viel Potenzial in den jungen Teilnehmenden steckt. Dort ging es um Fragen wie „Soll ehrenamtlich Engagierten ein staatlicher Zuschuss zum Führerschein gewährt werden?“ und „Soll Pyrotechnik in Fußballstadien erlaubt werden?“. Engelhardt überzeugte in den beiden Debatten mit analytischem Scharfsinn, aber auch mit einem Gespür für Zwischentöne. Die weiteren Platzierungen in der Sekundarstufe II gingen an Eva Simon vom Jean-Paul-Gymnasium Hof (2. Platz), Johanna Zeiß vom Clavius-Gymnasium Bamberg (3. Platz) und Julia Meyer vom Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt (4. Platz).
Julian: „In der Debatte lernt man, zuzuhören, sich eine Meinung zu bilden und diese mit Respekt zu vertreten – das sind Fähigkeiten, die weit über das Klassenzimmer hinausreichen.“ red