
Zur Rehwild- und Schwarzwildringversammlung konnte der Vorsitzende der Kreisgruppe Bad Brückenau im Bayerischen Jägerverband (BJV), Christian Büchner, zahlreiche Jägerinnen und Jäger zum ersten Mal in der Herzi-Alm begrüßen.
Zur öffentlichen Hegeschau trug Kreisjagdberater Hans-Peter Meixner die Jahresbilanz der Hegeringe Detter, Geroda und Motten vor. Insgesamt betrug die Rehwildstrecke 1323 Individuen, inklusive Fallwild. Dabei ist der Fallwildanteil in allen Hegeringen gesunken.
Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass im Zeitraum der letzten drei Jagdjahre der Abschussplan vollständig erfüllt wurde. Eine Betrachtung der Abschusszahlen zeigt, dass der Anteil der Böcke leicht gestiegen und der der Jährlinge sehr gering ist; hier wäre ein stärkeres Eingreifen angebracht, hieß es in der Versammlung.
Erstmals wurden Nilgänse erlegt, wie Meixner feststellte. Er rief dazu auf, diese Art wegen ihrer hohen Aggressivität intensiv zu bejagen; das gleiche gelte für den stark zunehmenden Waschbären , der eine Bedrohung für das Niederwild und Amphibien darstelle.
Bei den Maßnahmen zur Biotopverbesserung durch die Revierinhaber stellte Meixner ein gewisses Defizit im Altlandkreis Bad Brückenau im Vergleich zum gesamten Landkreis fest. Abschließend rief er dazu auf, die im Rahmen des Klimawandels notwendigen Aufforstungsflächen schwerpunktmäßig zu bejagen, um der neuen Waldgeneration gute Chancen zu geben.
Die Zahlen zum Schwarzwild trug Marina Bosdorf vor. Seit dem Jahr 2020 mit circa 5000 erlegten Tieren hat sich die Situation normalisiert, sagte sie. So wurden im abgelaufenen Jagdjahr 1058 Tiere erlegt. Dabei wurden prozentual zu wenige Frischlinge und zu viele Überläufer geschossen. Hier zeige sich möglicherweise der Einfluss der inzwischen etablierten Wolfspopulation, für die die Frischlinge leichter zu erbeuten sind als die Überläufer, erklärte Bosdorf.
Sie informierte die Versammlung auch über die Aktivitäten der neu gegründeten Stöberhundgruppe Rhön. Ihr gehören derzeit 20 Personen mit 24 Hunden verschiedener Rassen an. Interesse an der Arbeit der Gruppe haben inzwischen auch die Bayerischen Staatsforsten, Hessenforst und der Bundesforst angemeldet. Wie der Kreisvorsitzende hervorhob, erfährt die Arbeit der Gruppe besondere Unterstützung durch Betriebsleiter Dr. Michael Kutscher von den Bayerischen Staatsforsten Bad Brückenau.
Für 40-jährige aktive Mitgliedschaft in der Kreisgruppe des BJV gab es für Werner Paltian eine Urkunde und ein kleines Geschenk.
Stellvertretender Landrat Emil Müller lobte besonders die pünktliche Erfüllung des Abschussplans. Die Hegeschau sei für ihn ein Zeichen für das Traditionsbewusstsein der Jäger, er lege aber auch Wert auf ihre Verantwortung für den Lebensraum. Sorge bereite ihm das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest im nahen Hessen.
Bürgermeister Bernold Martin zeigte sich erfreut, dass die Hegeschau erstmals in Schondra stattfindet.
Staatssekretär Sandro Kirchner erklärte, dass ein sinnvolles Wolfsmanagement erst möglich sein werde, wenn die von Bayern beziehungsweise Deutschland vorgeschlagenen Gesetzesänderungen in europäisches Recht überführt sind.
Als aktiver Jäger sei er mit deren Anliegen vertraut und er werde sich auch künftig für deren Belange einsetzen.
Grüße überbrachte auch Michael Sauter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt.
Vorsitzender Christian Büchner regte ein Seminar zur Lebensraumgestaltung an. Zweiter Vorsitzender Hans-Jörg Blank forderte seine Jagdkollegen zur verstärkten Bejagung des Waschbären auf. Zur Feststellung der Größe des Wolfsvorkommens möchte er möglichst viele Kotproben genetisch untersuchen lassen.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Jagdhornbläsergruppe unter der Leitung von Sandra Hornung.
