Vor allem im Sommer sind Bienen in der Natur unterwegs, um Pollen und Nektar von Pflanzen zu sammeln. Damit ernährt das Insekt seinen Bienenstock, zu dem es immer wieder zurückfliegt. Dieser gilt ihr zugleich als sicheres Zuhause, denn draußen lauern Gefahren - und die verkürzen die ohnehin schon kurze Lebensdauer einer Biene noch weiter. So lange lebt eine Biene.
Nicht jede Biene lebt gleich lange: Der Unterschied zwischen Winter- und Sommerbiene
Bei der Frage, wie lange eine Biene lebt, muss zwischen Winter- und Sommerbiene unterschieden werden.
Sommerbienen haben eine deutlich kürzere Lebensdauer. Sie werden lediglich zwischen drei und sechs Wochen alt, berichtet das Bienenjournal. Das hat verschiedene Gründe:
- Die Arbeit im Bienenvolk ist im Sommer deutlich anstrengender: Es muss geputzt, gebaut und die Brut gepflegt werden. Das wirkt sich auf den Stoffwechsel der Bienen aus, wie das Magazin Bienen & Natur des Deutschen Landwirtschaftsverlags schreibt.
- Akute Gefahr besteht für die Bienen aber vor allem, wenn sie ausfliegen, um Nektar zu sammeln. Fressfeinde wie Vögel oder Spinnen, aber auch Regen können ihnen gefährlich werden. Bei älteren Tieren sind die Flügel zudem oft ausgefranst - eine kurze Lebensdauer ist vorprogrammiert.
Winterbienen leben deutlich länger - bis zu acht, in seltenen Fällen auch zehn Monate lang. Grund dafür sind vor allem die weniger kräftezehrenden Aufgaben. Weder fliegen sie bei kalten Temperaturen aus, noch müssen sie Brut pflegen, berichtet Bienen & Natur. Trotzdem sind Winterbienen unverzichtbar. Bienen bekommen im Winter keinen Nachwuchs - das Volk würde aussterben. Im Frühjahr ziehen die Winterbienen laut dem Bienenjournal die neue Brut auf. Von Winterschlaf kann keine Rede sein.
Dass die Winterbiene so lange lebt, verdankt sie ihrem großen Fettkörper. Hier wird das Protein Vitellogenin produziert, das die Herstellung eines Alterungshormons der Insekten unterdrückt.
So lange lebt eine männliche Biene: Der Lebensweg der Drohne
Männliche Bienen leben länger als Sommerbienen - durchschnittlich etwa 50 Tage. Drohnen sind in einem Bienenvolk für ein soziales Gleichgewicht zuständig und besamen unbegattete Königinnen, schreibt die österreichische Imkerei Wilhelm. Letzteres geschieht bei einem Paarungsflug, nachdem die Drohnen sterben.
Überleben sie bis zum Spätsommer, kommt es zur sogenannten Drohnenschlacht, wie das Bienenjournal berichtet. Sie bedeutet ein rasches Ende für die männlichen Bienen. Damit sie den Arbeiterinnen im Winter nichts wegfressen, werden sie aus dem Bienenstock geworfen - in der freien Natur droht nach kurzer Zeit der Hungertod. Ob sie davor Angst haben oder anderweitig Gefühle empfinden, ist übrigens unklar.
Diese Biene lebt am längsten: Das ist die Königin
Die Königin eines Bienenstocks lebt besonders lange - laut Bienen & Natur bis zu sechs Jahre. Sie ist wichtig, denn sie legt bis zu 2000 Eier am Tag und sichert dem Bienenvolk damit seinen Erhalt. Doch wie lange die Königin tatsächlich in ihrer Rolle bleiben darf, entscheiden die Arbeiterinnen selbst. Das Oberhaupt abzusetzen, kann verschiedene Gründe haben:
- Die Königin legt zu wenige Eier.
- Sie wird unfruchtbar.
- Sie gibt zu wenige Pheromone ab.
In diesem Fall suchen sich die Bienen eine neue Hoheit für ihr Volk, schreibt Bienen & Natur.
Heute lebt eine Königin längst nicht immer sechs Jahre lang. Die Gründe für eine deutlich verkürzte Lebensdauer sind vielfältig:
- Pestizidbelastung in der Natur
- Parasitenbelastung
- Ernährungsmangel
Oft werden sie deshalb nicht älter als zwei oder drei Jahre, schreibt das Portal honig-und-bienen.de.
Hier gibt es mehr Informationen darüber, warum immer mehr Insekten sterben.