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Rente
Rente schon mit 59: In diesem Land ist das tatsächlich möglich
In Deutschland kann man frühestens mit 63 Jahren in Rente gehen. In einem Nachbarland haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, noch früher den Ruhestand anzutreten.
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Foto: Christin Klose, dpa (Symbolbild) | Früh in Rente zu gehen, ist für einige Erwerbstätige eine schöne Vorstellung.
Viktoria Gerg
 |  aktualisiert: 20.02.2025 13:22 Uhr

Das Renteneintrittsalter liegt in Deutschland aktuell bei 67 Jahren und gilt für alle, die 1964 oder später geboren wurden. Alle anderen Jahrgänge zuvor haben die Möglichkeit, schon früher den Ruhestand anzutreten, wenn sie das vorgegebene Alter erreicht haben und außerdem 35 Versicherungsjahre oder sogar 45 Versicherungsjahre vorweisen können. Es ist allerdings auch möglich, schon mit 63 Jahren in Rente zu gehen, allerdings müssen Seniorinnen und Senioren dann Abschläge in Kauf nehmen – maximal können das 14,4 Prozent sein. Auch in Italien müssen Arbeitnehmer damit rechnen, weniger Rente zu bekommen, wenn sie früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden, allerdings können sie teilweise auch noch früher in Rente gehen als in Deutschland.

Rente in Italien: Wie funktioniert das Rentensystem?

Das Rentensystem in Italien funktioniert prinzipiell genauso wie in Deutschland nach dem sogenannten Umlageverfahren, wie die Deutsche Rentenversicherung mitteilt. Das bedeutet, dass die aktuellen Erwerbstätigen mit ihren Beiträgen die derzeitigen Renten finanzieren. Das Geld speist sich neben diesen Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern auch aus staatlichen Zuschüssen.

Rente in Italien: Welche Unterschiede gibt es zu Deutschland?

Betrachtet man das Rentenniveau, ergeben sich allerdings schon die ersten Unterschiede. Das italienische Rentenniveau beträgt knapp 75 Prozent und liegt damit deutlich über dem deutschen. Hierzulande bekommen Rentner 48 Prozent ihres vorherigen Nettolohns ausbezahlt. Allerdings muss erwähnt werden, dass das Lohnniveau in Italien deutlich niedriger ist als hierzulande.

Der Deutschen Rentenversicherung zufolge liegt die Regelaltersgrenze in Italien bei 67 Jahren. Außerdem müssen mindestens 20 Beitragjahre gesammelt worden sein. Wem das zu lange dauert, der hat zahlreiche Möglichkeiten, früher den Ruhestand anzutreten.

Rente in Italien: Welche vorzeitigen Renten gibt es?

Italien bietet seinen Arbeitnehmern viele Möglichkeiten, um früher in Rente zu gehen. Nachfolgend haben wir für Sie eine Auswahl zusammengefasst.

Zu den vorzeitigen Renten gehört etwa die sogenannte Quote 103. Die Zahl setzt sich aus den Voraussetzungen dieser vorzeitigen Rentenart zusammen. Versicherte können in diesem Fall mit 62 Jahren in Rente gehen, wenn sie bis Dezember 2025 41 Dienstjahre nachweisen können, wie der Südtiroler Gewerkschaftsbund SGBCISL mitteilt. Diese Rente wird nach dem beitragsbezogenen System berechnet und kann Abschläge von bis zu 30 Prozent bedeuten. Wer diese Rente bezieht, darf maximal 5000 Euro jährlich dazuverdienen. Fachkräfte, Geistliche, Soldaten und Zollbeamte sind allerdings von der Quote 103 ausgeschlossen.

In Italien gibt es außerdem eine altersunabhängige, vorzeitige Rente. Männer müssen dafür 42 Beitragsjahre und zehn Monate vorweisen. Frauen 41 Jahre und zehn Monate.

Für bestimmte Personen gibt es weiterhin die vorzeitige Sozialrente. Das deutsche Pendant wäre die Rente für schwerbehinderte Menschen. Die Sozialrente ist laut dem Nationalinstitut für Soziale Fürsorge (INPS) für Personen bestimmt, die in belasteten Berufen arbeiten, wie zum Beispiel Bauarbeiter, die besondere soziale Bedürfnisse haben oder die jemanden im eigenen Haushalt betreuen oder pflegen. Wer diese Rente in Anspruch nehmen will, muss mindestens 63 Jahre und fünf Monate alt sein und je nach Tätigkeit müssen 30 oder 36 Beitragsjahre zusammengekommen sein. Bei der Sozialrente werden maximal 1500 Euro brutto pro Monat ausgezahlt, bis die normale Altersrente bezogen wird, erklärt der Rentenexperte Alexander Oberkofler gegenüber dem südtiroler Nachrichtenportal stol.it.

Rente mit 59: In diesem speziellen Fall ist sie möglich

Frauen haben in Italien zudem noch eine weitere Sonderregelung. Sie können laut dem Südtiroler Gewerkschaftsbund SGBCISL eine vorgezogene Rente beantragen, wenn sie aus einem Großbetrieb entlassen wurden, der offiziell ein Krisenverfahren eröffnet hat, wenn sie eine Behinderung von mindestens 74 Prozent haben oder jemanden pflegen. Die Arbeitnehmerinnen müssen dafür mindestens 61 Jahre alt sein und 35 Beitragsjahre vorweisen können. Je nachdem, wie viele Kinder eine Frau hat, kann sich das Mindestalter der Frau von 61 Jahren noch auf 59 Jahre verkürzen. Wer sich dafür entscheidet, muss aber 12 bis 18 Monate auf die Rente warten und es kann zu Abschlägen bis zu 25 Prozent kommen.

Übrigens: Auch deutsche Rentner können ihre Rente flexibler gestalten. Das ist mit der sogenannten Flexi-Rente möglich. Wer früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden möchte, muss ein paar Tricks kennen und auch das Schlupfloch bei der Rente.

 
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