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Rente
Rechentrick bei der Rente? Expertin warnt vor diesem Plan der Union
Die Koalitionsverhandlungen laufen noch und darin wird auch über die Anhebung der Beitragsjahre für die Standardrente diskutiert. Was es damit auf sich hat.
485431747.jpeg       -  In den Koalitionsverhandlungen wird darüber diskutiert, ob die Standardrente auf 47 Jahre angehoben wird.
Foto: Alicia Windzio, dpa (Symbolbild) | In den Koalitionsverhandlungen wird darüber diskutiert, ob die Standardrente auf 47 Jahre angehoben wird.
Viktoria Gerg
 |  aktualisiert: 03.04.2025 09:57 Uhr

Derzeit befinden sich die Union und die SPD noch in Koalitionsverhandlungen. Bezüglich der Rente haben sich die Parteien zwar schon über einige Punkte geeinigt, andere sind allerdings noch offen. Unter anderem geht es um die Beitragsjahre bei der Standardrente, die angehoben werden soll. Die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) kritisiert die Pläne.

Koalitionsverhandlungen bei der Rente: Was hat es mit der Anhebung der Beitragsjahre bei der Standardrente auf sich?

Die Union möchte die Beitragsjahre bei der Standardrente erhöhen. Im Arbeitsgruppen-Papier steht dazu: „Wir passen die Definition der Standardrente an die laufende Anhebung der gesetzlichen Regelaltersgrenze perspektivisch auf 47 Beitragsjahre bis 2031 an.“

Laut der Plattform ihre-vorsorge.de, einer Initiative der Deutschen Rentenversicherung, ist ein Standardrentner, auch Eckrentner genannt, eine statistische Person, die zu Vergleichszwecken erfunden wurde. Diese Person verdient 45 Jahre lang genau so viel wie der Durchschnitt aller Deutschen und zahlt dementsprechend Rentenbeiträge. Die Rente die er dafür bekommt, beträgt 01.07.2024 bis 30.06.2025 einheitlich in den alten und neuen Bundesländern 1.769,40 Euro brutto. Davon müssten dann noch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung und die Steuern der Rente abgezogen werden.

Das Verhältnis der Rente des Standardrentners zum tatsächlichen aktuellen Durchschnittseinkommen aller Arbeitnehmer beschreibt dann das Rentenniveau.

Wenn der Vorschlag der Union umgesetzt und für die Standardrente nicht mehr 45, sondern 47 Jahre angesetzt werden würde, müssten Versicherte für das gleiche Rentenniveau länger einzahlen.

Erhöhung der Beitragsjahre bei der Standardrente: Welche Kritik gibt es an diesem Konzept?

Yasmin Fahimi, Chefin des DGB, warnt vor „Rechentricks” bei der Sicherung des Rentenniveaus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Die Renten sehen dann auf dem Papier stabil aus, aber der Schein trügt.“ Sie ist ebenso wie die SPD dafür, dass das Rentenniveau ohne Änderung der Berechnungsgrundlage bei 48 Prozent gehalten wird. Sollte das Niveau gehalten werden, könnten die Beiträge zur Rentenversicherung noch stärker steigen, als wegen der Alterung der Gesellschaft ohnehin erwartet wird.

„Wer die Rente finanziell wirklich auf sichere Füße stellen will, sorgt mit einer Ausbildungsoffensive für alle Ungelernten, mehr Tarifbindung und gezielter Zuwanderung für mehr Menschen, die einzahlen – statt mit billigen Tricks sichere Renten nur vorzugaukeln“, kritisiert Fahimi. Ihrer Meinung nach sei es außerdem falsch, die Stabilisierung der Rente an das Wirtschaftswachstum zu koppeln. „Auch dieses Hintertürchen hat sich die Union in der Sondierungsvereinbarung offengehalten”.

Neben der Stabilisierung der Rente ist auch die Mütterrente Thema. Die CSU möchte diese ausweiten, damit alle Mütter sie in gleichem Maße beziehen können und nicht nur jene mehr Rentenpunkte bekommen, deren Kinder 1992 oder später geboren wurden. Bei der Finanzierung gibt es allerdings noch Unstimmigkeiten. Die SPD will die Kosten von rund fünf Milliarden Euro aus Steuermitteln decken und nicht aus der Beitragskasse.

Übrigens: Wir haben ausgerechnet was Rentnern bleibt, wenn sie 1300 Euro, 1800 Euro, 2000 Euro und 2500 Euro Rente bekommen.

 
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