
Das deutsche Rentensystem ist marode und es besteht die Gefahr, dass die Rentner von morgen nicht mehr von der gesetzlichen Altersvorsorge leben können. Der Grund dafür ist das Umlageverfahren bei der Rente. Die Erwerbstätigen finanzieren die aktuellen Renten mit ihren Beiträgen zur Rentenversicherung. Durch den demografischen Wandel zahlen allerdings immer weniger Menschen ein, die Zahl der Rentner hingegen steigen. Trotz Millionen-Zuschüsse vom Bund wird dieses Missverhältnis immer größer. Damit das Rentensystem nicht kollabiert, soll es eine Rentenreform geben. Der wahrscheinlich nächste Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plant ein neues Modell neben der gesetzlichen Rente. Seniorinnen und Senioren könnten künftig eine Netto-Rente von 2500 Euro bekommen.
Rente und CDU: Wie will Friedrich Merz eine Rente von 2500 Euro netto ermöglichen?
Im Wahlprogramm der CDU/CSU für die Bundestagswahl 2025 ging es unter anderem auch um die Rente. Um möglichst vielen Menschen in Deutschland eine auskömmliche Altersversorgung zu ermöglichen. Das soll durch eine Einführung eines Altersvorsorgedepots namens „Frühstart-Rente“ passieren. Das Ziel ist laut Programm, dass Menschen schon in jungen Jahren kapitalgedeckt vorsorgen. „So entwickeln sie ein Bewusstsein für Altersvorsorge und Kapitalbildung“, schreibt die Union.
Jedem Kind vom 6. bis zum 18. Lebensjahr soll monatlich zehn Euro in ein „individuelles, kapitalgedecktes und privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot“ eingezahlt werden. Danach kann dieser angesparte Betrag durch private Einzahlungen bis zum Renteneintritt weiter bespart werden, sodass die Anlage dann ihren „vollen Effekt“ entfalten kann. Bis zum Renteneintritt sollen die Erträge daraus steuerfrei sein. Zudem sei das Sparkapital vor staatlichem Zugriff geschützt und auch die Sparer können sich das Geld aus dem Depot erst mit dem Erreichen der Regelaltersrente auszahlen lassen.
Frühstart-Rente: Wie können zukünftige Rentner eine Rente von 2500 Euro mit dem Altersvorsorgedepot bekommen?
Mit dem Altersvorsorgedepot würden Betroffene bis zum 18. Lebensjahr 1560 Euro von der Bundesregierung erhalten. Wenn man einen durchschnittlichen Zins von fünf Prozent annimmt, ergibt sich nach zwölf Jahren ein Betrag 2801,54 Euro.
Die Frühstart-Rente wird zwar nur bis zum 18. Lebensjahr bezuschusst, allerdings können Betroffene danach auch selbst weiterhin einzahlen, um später eine auskömmliche Rente zu bekommen, die aktuell durch die gesetzliche Rente so nicht möglich wäre.
Für die Beispielrechnung wird angenommen, dass der Versicherte mit 67 Jahren in Rente geht, die Rente 20 Jahre lang ausbezahlt werden soll und der durchschnittliche Zins fünf Prozent beträgt. Um eine Netto-Rente von 2500 Euro zu erhalten, muss das Kapital des Depots 378.813,28 Euro umfassen. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Versicherte 49 Jahre lang monatlich 137,12 Euro einbezahlen.
Bei der Berechnung handelt es sich lediglich um ein Beispiel. Zudem ist der Zinseszins hier außer Acht gelassen. Bei einem höheren Zins oder bei einer höheren monatlichen Einzahlung müsste zum Beispiel nicht so lange eingezahlt werden, um 2500 Euro netto zu erhalten, oder der Betrag würde höher ausfallen.
Unabhängig davon dürfen sich Rentnerinnen und Rentner 2025 über eine Rentenerhöhung freuen. Der Rententabelle können Sie entnehmen, was das für Sie bedeuten kann.