
Wer schon lange in einem Unternehmen arbeitet oder plötzlich die Aufgaben eines ausgefallenen Kollegen übernehmen muss, denkt möglicherweise über eine Gehaltsverhandlung nach. Das kann tatsächlich sinnvoll sein, wenn sich die Verantwortung oder die Menge der Arbeit verändert haben. Doch bevor man den Kontakt zur Personalabteilung oder zur Führungskraft sucht, sollte man sich bewusst machen, was genau man möchte. Denn wer unvorbereitet in eine Gehaltsverhandlung geht, dem unterlaufen schnell Fehler. Diese gilt es zu vermeiden.
Häufiger Fehler bei der Gehaltsverhandlung: Keine Argumente vorbereiten
Wer ohne Argumente in die Gehaltsverhandlung geht, begeht schon den ersten Fehler. Denn man muss dem Gegenüber klarmachen, warum man mehr Gehalt bekommen sollte. Oft gibt es gute Gründe: Man übernimmt die Aufgaben anderer, hat mehr Verantwortung oder die letzte Gehaltserhöhung ist schon lange her. Diese und weitere Argumente müssen vor einem Gespräch mit der Personalabteilung gut durchdacht werden - andernfalls besteht das Risiko, dass die Vorstellungen abgelehnt werden.
Doch Vorsicht: Nicht alles rechtfertigt eine Gehaltserhöhung. Persönliche Lebensumstände wie eine Mieterhöhung oder gestiegene Lebensmittelpreise sind laut dem Karriereportal Stepstone keine guten Argumente für mehr Geld.
Bei der Gehaltsverhandlung vermeiden: Unrealistische Vorstellungen
Auch die persönlichen Vorstellungen müssen wohlüberlegt sein, denn die angemessene Summe der Gehaltserhöhung hängt von der konkreten Situation auf der Arbeit ab. Man sollte sich vorher gut überlegen, wie viel man bekommen möchte und im Gespräch dann etwas höher pokern, wie das Portal Finanztip berichtet. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Wer zu hoch pokert, hinterlässt laut Stepstone einen schlechten Eindruck - ein unnötiger Fehler, den man vermeiden kann.
Es kann sinnvoll sein, sich im Vorhinein über das branchenübliche Gehalt zu informieren, um einen konkreten Vorschlag unterbreiten zu können. Bedenken sollte man zudem, dass es sich um das Bruttogehalt handelt, am Ende also weniger auf dem Konto landet.
Fehler bei der Gehaltsverhandlung: Sich unter Wert verkaufen
Bei einer Gehaltsverhandlung ist es zudem wichtig, zu wissen, was man kann. Es gehört zu den häufigsten Fehlern, gleich beim ersten Gehaltsvorschlag der Geschäftsführung zuzustimmen. Hat man eine nachvollziehbare Vorstellung, welchen Wert die eigene Arbeit hat, kann man besser argumentieren. Auch sollte man seine Überlegungen selbstbewusst präsentieren, um nicht als unsicher abgestempelt zu werden, schreibt Finanztip.
Stepstone empfiehlt, vorher zu überlegen, inwiefern sich Ausbildung, Berufserfahrung und Branchengehalt auf das eigene Gehalt auswirken könnten. So lässt sich besser argumentieren, warum ein bestimmtes Einstiegsgehalt oder eine Gehaltserhöhung gerechtfertigt sind. Besonders bei einem neuen Job ist die Verhandlung wichtig, schreibt das Portal worksmart.de. Es lässt sich demnach meist nur schwer nachverhandeln.
Fehler: Bei der Gehaltsverhandlung drohen
Neben der Vorbereitung kommt es auch auf das Verhalten während der Gehaltsverhandlung an. Kann oder möchte das Gegenüber den eigenen Gehaltswunsch nicht akzeptieren, kann das verschiedene Gründe haben. In jedem Fall sollte man in dieser Situation aber den Fehler vermeiden, unprofessionell zu werden, schreibt Finanztip. Mit einer Kündigung zu drohen, eingeschnappt oder wütend zu werden, hilft keinem weiter. Stattdessen ist es ratsam, sich mit der Situation abzufinden und es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen.
Bei der Gehaltsverhandlung vermeiden: Den falschen Zeitpunkt wählen
Der richtige Zeitpunkt kann über das Gelingen oder Scheitern der Gehaltsverhandlungen entscheiden. Ein Gespräch kurz vor Feierabend oder zwischen Tür und Angel scheint ein ungünstiger Zeitpunkt. Stattdessen sollte man frühzeitig einen Termin mit der Geschäftsführung ausmachen, schreibt worksmart.de. Dann bleibt auch einem selbst genügend Zeit für die Vorbereitung und man vermeidet Fehler.