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Gehalt: Wie viel verdiente Claus Weselsky als GDL-Chef?
Vom Lokführer zum Streikführer: Wie viel verdiente Claus Weselsky zu Beginn seiner Karriere und wie hoch stieg sein Gehalt als Chef der GDL?
weselsky.jpg       -  Das verdiente der „Einheizer aus Sachsen“: Das Gehalt des ehemaligen GDL-Chefs Claus Weselsky
Foto: Robert Michael, dpa | Das verdiente der „Einheizer aus Sachsen“: Das Gehalt des ehemaligen GDL-Chefs Claus Weselsky
Nina Feger
 |  aktualisiert: 03.04.2025 09:42 Uhr

Jeder Bahnfahrer kennt die andauernden Streiks und weiß mittlerweile auch, wer dahintersteckte: Claus Weselsky. Der „Einheizer aus Sachsen“, wie er oft genannt wird, hat sich als ehemaliger Gewerkschaftsführer der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) einen Ruf erarbeitet, der gleichermaßen Bewunderung und Kritik auf sich zieht. Doch wie wurde der von Sixt zum „Mitarbeiter des Monats“ gekürte für sein Engagement belohnt? Der folgende Artikel beleuchtet seine Karriere, sein Gehalt und seine wichtigsten Errungenschaften bis zum Ruhestand.

Weselskys Karriere – Sein Gehalt als Lokführer

Claus Weselsky wurde in der Öffentlichkeit vor allem durch seine Rolle bei den unzähligen Bahnstreiks bekannt, die immer wieder für Aufsehen sorgten. Als Gewerkschaftsführer der GDL trat er regelmäßig in den Medien auf und machte kein Geheimnis daraus, dass er für die Interessen seiner Mitarbeiter kompromisslos eintritt. Sein Spitzname „Einheizer aus Sachsen“ wurde ihm nicht nur wegen seiner Herkunft, sondern laut Watson vor allem wegen seiner temperamentvollen Art verliehen.

Doch wie kam Weselsky überhaupt zu dieser prägenden Rolle in der Gewerkschaftspolitik? Seine Karriere begann laut Hans Böckler Stiftung folgendermaßen:

  • 1977 schloss Weselsky seine Ausbildung als Lokführer ab und startete seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Reichsbahn. Heute liegt das Einstiegsgehalts eines Lokführers laut Tarifvertrag übrigens bei knapp 38.000 €.

  • Nach der Wiedervereinigung Deutschlands trat er 1990 der wiedergegründeten GDL.

  • Nur zwei Jahre nach seinem Beitritt übernahm Weselsky seine erste Führungsrolle. Er wurde stellvertretender Bezirksvorsitzender, vorerst für Dresden und später auch für den Bezirk Berlin-Sachsen-Brandenburg.

  • 2008 setzte sich Weselsky schließlich an die Spitze der GDL und trat die Nachfolge des ehemaligen Bundesvorsitzenden, Manfred Schell an.

So viel verdiente Weselsky als GDL-Chef

Weselsky begann seine Karriere als Lokführer mit einem heutigen Jahresgehalt von rund 40.000 Euro. Doch wie viel verdiente er an der Spitze der GDL? Eine klare Antwort darauf gibt es bis heute nicht. Im Jahr 2010 teilte laut Süddeutscher Zeitung die GDL mit, Weselskys Gehalt orientiere sich „analog zur Besoldungsgruppe A16“. Diese ist die höchste Stufe im öffentlichen Diensttarif und gilt laut der Informationsseite des öffentlichen Dienstes beispielsweise für Botschafter oder Chefärzte. Heute entspräche diese Einstufung laut Besoldungstabelle einem monatlichen Gehalt von bis zu 8.716 Euro, also rund 104.600 Euro im Jahr. Doch auf Nachfrage zeigt sich: Offiziell lässt sich diese Zahl nicht bestätigen. Der GDL-Pressesprecher erklärte lediglich, dass die Vorstandsgehälter „dem Aufwand der Position entsprechend“ über dem Einkommen eines Lokführers liegen. Wie hoch genau, bleibt unklar.

Weselskys Errungenschaften bis zum Ruhestand

Nach 16 Jahren an der Spitze der GDL trat der von der Autovermietung Sixt satirisch zum „Mitarbeiter des Monats“ gekürte Claus Weselsky im September 2024 in den Ruhestand. Als Dank für die vielen Vorlagen würdigte Sixt ihn mit einer humorvollen Illustration zu seiner „bahnbrechenden Karriere“.

Während der Streikführer laut der Deutschen Bahn für viele „Bahnreisende und die Wirtschaft eine blanke Zumutung“ war, erzielte er für seine Mitarbeiter bedeutende Erfolge und setzte ihre Interessen erfolgreich durch. Ein besonders wichtiger Erfolg war die Verbesserung der Tarifverträge. Laut Tagesschau haben sich die GDL und Deutsche Bahn 2024 auf Folgendes geeinigt:

  1. Inflationsausgleich von 2.850 Euro

  2. Schrittweise Erhöhung des Lohns um insgesamt 420 Euro monatlich

  3. Senkung der Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden pro Woche, die bis 2029 umgesetzt werden soll.

Der neue Tarifvertrag sorgt nicht nur für eine deutliche Lohnerhöhung, sondern auch für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch die schrittweise Senkung der Arbeitszeit. Diese Vereinbarung ist ein klarer Erfolg für Weselsky und für alle Beschäftigten, die von Weselskys langjährigem Engagement profitiert haben.

 
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