
Schornsteinfeger und Schornsteinfegerinnen werden gerne als Glücksbringer gesehen. Schaut man sich ihr Aufgabenfeld genau an, trifft diese Bezeichnung sehr gut zu. Denn Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger sind nicht nur für das Kehren von Kaminen verantwortlich, sondern kontrollieren regelmäßig Feuerstätten in Häusern, um für Sicherheit zu sorgen. Die Verantwortung, die ihnen bei dieser Aufgabe zukommt, ist groß, denn wenn Abgase nicht sauber abziehen, kann das lebensgefährlich werden.
Wie viel Gehalt man als Schornsteinfeger oder Schornsteinfegerin verdient hängt in Deutschland von mehreren Faktoren ab. Das Schornsteinfegergehalt ist dabei an einen bundeseinheitlichen Tarifvertrag gekoppelt und kann sich je nach Berufserfahrung, Zusatzqualifikation und Region verändern.
Gehalt: Schornsteinfeger oder Schornsteinfegerin
Das Gehalt eines Schornsteinfegers oder einer Schornsteinfegerin ist in einem Bundestarifvertrag geregelt. Dieser legt nicht nur fest, wie viel die Glücksbringer verdienen, sondern auch ab, wie vielen Jahren Berufserfahrung eine Gehaltserhöhung vorgesehen ist. Im ersten Gesellenjahr verdienen Schornsteinfeger und Schornsteinfegerinnen mindestens 15,74 Euro brutto in der Stunde. Die tatsächliche Höhe des Gehalts hängt aber noch mit anderen Faktoren zusammen. In Baden-Württemberg verdienen Schornsteinfeger und Schornsteinfegerinnen ab Tarifgruppe IV mehr Stundenlohn, als in den übrigen Bundesländern.
Tarifgruppe I (1. Gesellenjahr)
- Durchschnittlicher Stundenlohn: 15,74 Euro
- Durchschnittlicher Stundenlohn in Baden-Württemberg: 15,74 Euro
Tarifgruppe II (2. Gesellenjahr)
- Durchschnittlicher Stundenlohn: 18,40 Euro
- Durchschnittlicher Stundenlohn in Baden-Württemberg: 18,40 Euro
Tarifgruppe III (4. Gesellenjahr)
- Durchschnittlicher Stundenlohn: 20,26 Euro
- Durchschnittlicher Stundenlohn in Baden-Württemberg: 20,46 Euro
Tarifgruppe IV (Meister, 5 Gesellenjahre im gleichen Betrieb oder 10. Gesellenjahr)
- Durchschnittlicher Stundenlohn: 21,14 Euro
- Durchschnittlicher Stundenlohn in Baden-Württemberg: 21,44 Euro
Tarifgruppe V (Meister im 6. Gesellenjahr, 10 Gesellenjahre im gleichen Betrieb oder 15. Gesellenjahr)
- Durchschnittlicher Stundenlohn: 21,60 Euro
- Durchschnittlicher Stundenlohn in Baden-Württemberg: 22,03 Euro
Tarifgruppe VI (Gebäudeberater, Brandschutztechniker)
- Durchschnittlicher Stundenlohn: 22,05 Euro
- Durchschnittlicher Stundenlohn in Baden-Württemberg: 22,45 Euro
Quelle: Bundestarifvertrag des Schornsteinfegerhandwerks
Neben dem monatlichen Gehalt zahlen manche Betriebe ihren Schornsteinfegern und Schornsteinfegerinnen sogenannte vermögenswirksame Leistungen. Dazu zählen Fahrtkosten, Kosten für Arbeitskleidung und eine Jahressonderzahlung.
Gehalt als Schornsteinfeger in der Ausbildung
Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks macht genaue Angaben zu dem tariflich vereinbarten Ausbildungsgehalt von Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfegern.
- 1. Lehrjahr: 760 Euro
- 2. Lehrjahr: 830 Euro
- 3. Lehrjahr: 930 Euro
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre, in denen die Auszubildenden die Praxis in einem Schornsteinfegerbetrieb und die Theorie in einer Berufsschule kennenlernen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Ausbildung auch verkürzt werden.
Außerdem sind parallel zur Ausbildung auch je nach Bundesland Weiterbildungen und ein Studium möglich. So bietet das Schornsteinfegerhandwerk in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel die Möglichkeit eine Ausbildung zusammen mit einem Bachelor-Studium im Bereich Versorgungs- und Entsorgungstechnik zu machen. Auch in Bayern ist ein duales Studium der Energie- und Gebäudetechnik parallel zur Ausbildung möglich. Ein höherer Bildungsabschluss macht sich in vielen Berufen beim Gehalt bemerkbar.
Gehalt als Schornsteinfeger nach Zusatzqualifikationen
Je mehr Zusatzqualifikationen Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger während und nach ihrer Ausbildung erwerben, desto größer wird auch die Verantwortung, die sie in einem Betrieb übernehmen. Doch mit steigender Verantwortung steigt üblicherweise auch das Gehalt. Mögliche Zusatzqualifikationen für Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger sind ein Meisterbrief oder die Ausbildung zum Energieberater. Auch ein abgeschlossenes Studium etwa im Bereich der Energie- und Gebäudetechnik macht sich auf dem Gehaltszettel bemerkbar. Für Gehaltserhöhungen können auch oft Gehaltsverhandlungen hilfreich sein.
Aber auch Mehrarbeit wird im Schornsteinfegerhandwerk mit einem höheren Gehalt belohnt. Bei Überstunden, die die regelmäßige Arbeitszeit übersteigen, erhalten Schornsteinfeger und Schornsteinfegerinnen 25 Prozent mehr Gehalt pro Überstunde. Nachtarbeiten, die zwischen 20 und 6 Uhr stattfinden, werden mit 50 Prozent mehr Gehalt ausgeglichen. Und für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen gibt es nach Tarifvertrag sogar doppelt so viel Gehalt.
Gehalt als Schornsteinfeger nach Bundesland
Je nach Bundesland kann sich das Gehalt von Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfegern unterscheiden. Ihnen werden traditionell sogenannte Kehrbezirke zugeteilt, der ein Meister mit seinem Betrieb betreut. Je nachdem wie die betrieblichen Bestimmungen sind, kann sich das Gehalt hier nochmal unterscheiden. Laut Gehaltsvergleichsportal verdienen Schornsteinfeger in Baden-Württemberg mit durchschnittlich 4359 Euro brutto im Monat am meisten Gehalt, während Mecklenburg-Vorpommern mit 3104 Euro das Schlusslicht bildet.
Bundesland |
Mittleres Monatsgehalt |
Baden-Württemberg |
4359 Euro |
Hessen |
4358 Euro |
Hamburg |
4275 Euro |
Bayern |
4232 Euro |
Nordrhein-Westfalen |
4086 Euro |
Rheinland-Pfalz |
3964 Euro |
Bremen |
3888 Euro |
Saarland |
3854 Euro |
Berlin |
3817 Euro |
Niedersachsen |
3716 Euro |
Schleswig-Holstein |
3569 Euro |
Thüringen |
3294 Euro |
Sachsen |
3260 Euro |
Brandenburg |
3224 Euro |
Sachsen-Anhalt |
3208 Euro |
Mecklenburg-Vorpommern |
3104 Euro |
Quelle: Gehalt.de