zurück
Elterngeld
Soll das Elterngeld komplett abgeschafft werden? Aussagen von Ifo-Präsident sorgen für Wirbel
SPD und Union denken über Einsparungsmöglichkeiten im Haushalt nach. Das Elterngeld könnte betroffen sein - wenn es nach Ifo-Präsident Clemens Fuest geht.
469874998.jpg       -  Ifo-Präsident Clemens Fuest würde das Elterngeld am liebsten streichen.
Foto: Britta Pedersen, dpa (Archivbild) | Ifo-Präsident Clemens Fuest würde das Elterngeld am liebsten streichen.
Lukas von Hoyer
 |  aktualisiert: 11.03.2025 10:36 Uhr

Familien werden in Deutschland durch Elterngeld unterstützt, das laut dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) „die finanzielle Lebensgrundlage der Familien“ sichern soll. Der Hintergrund: Finanzielle Nachteile in der Frühphase der Familiengründung sollen abgefedert werden. „Nice to have“, nennt Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, diese Transferzahlung im Interview mit Welt am Sonntag. Nötig sei das Elterngeld aber nicht unbedingt. Er hat einen Ratschlag für SPD und Union, die sich gerade in Sondierungsgesprächen befinden.

Ifo-Präsident Clemens Fuest würde Elterngeld „ganz abschaffen“

Im Rahmen der Sondierungsgespräche und wohl anstehender Koalitionsgespräche halten SPD und Union nach möglichen Einsparungsmöglichkeiten im Haushalt Ausschau. „Bei allen staatlichen Leistungen muss überprüft werden, ob sie zielgenau wirken“, erklärte Fuest der Welt am Sonntag. Wenn das nicht der Fall sei, gebe es zwei Möglichkeiten: die „Rasenmähermethode“, bei der es Kürzungen um beispielsweise 50 Prozent gegeben könne, und Streichungen.

Wenn es nach Fuest geht, gibt es bei den Streichungen eine gute Option. „Das Elterngeld würde ich ganz abschaffen“, sagt der Ifo-Präsident der Welt am Sonntag. Der Grund: Einige Empfänger des Elterngelds seien finanziell gut aufgestellt und würden die Zahlung gar nicht benötigen. Daher habe es keine Priorität.

Übrigens: Friedrich Merz (CDU) plant mit der Union eine Streichung des Kindergeldes für eine bestimmte Personengruppe.

Elterngeld-Abschaffung: Wie viel Geld könnte sich der Bund sparen?

Der aktuelle Bundeshaushaltsplan sieht für das Elterngeld rund acht Milliarden Euro im Jahr vor. Seit der Einführung im Jahr 2007 wurde es nicht an die sinkende Kaufkraft und die Inflation angepasst. Im Dezember 2024 hatte das Institut der deutschen Wirtschaft vorgerechnet, dass das Elterngeld mittlerweile in etwa ein Drittel weniger wert ist als es 2007 der Fall war.

Nicht nur Fuest hält die Streichung von Transferzahlungen und Subventionen für nötig. Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, erklärte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Politik auch vor „liebgewonnenen Erleichterungen“ nicht zurückgeschrecken dürfe. Als Beispiel nannte er die Pendlerpauschale, die „aus der Zeit gefallen sei“.

Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrates für Wirtschaftsfragen, mahnt eine langfristige Haushaltsstrategie an. „Gerade der Abbau von Subventionen braucht etwas Vorlaufzeit, damit sich die Betroffenen darauf einstellen können“, sagte sie der Welt am Sonntag.

 
Themen & Autoren / Autorinnen
Bundesfamilienministerium
CDU
Elterngeld
Familiengründung
Friedrich Merz
Institut der deutschen Wirtschaft
SPD
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden Jetzt registrieren

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits von 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen