
Wer seine Rente aufbessern möchte, kann Rentenpunkte kaufen. Das sollte man jedoch noch dieses Jahr machen. Denn ab 2025 muss man für den Kauf eines Rentenpunktes deutlicher tiefer in die Tasche greifen.
Gut zu wissen: Nicht alle Versicherten können Rentenpunkte kaufen. Dafür muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Enormer Preisanstieg: Was kostet ein Rentenpunkt 2025?
Wie der Bundesverband der Rentenberater in einer Pressemitteilung erklärt, sollte man noch 2024 aktiv werden, wenn man Rentenpunkte kaufen möchte. Denn der Kauf von zusätzlichen Rentenpunkten wird mit dem Jahreswechsel deutlich teurer:
-
In den alten Bundesländern steigt der Preis für einen Rentenpunkt um 11,3 Prozent auf 9.392 Euro. Momentan sind es lediglich 8.437 Euro.
-
In den neuen Bundesländern ist der Preisanstieg mit 12,9 Prozent sogar noch höher. Statt 8.320 Euro werden dann 9.392 Euro für einen Rentenpunkt fällig.
Schon gewusst? So viel Rente bekommt man, wenn man nie gearbeitet hat.
Gestiegenes Durchschnittsentgelt: Darum sollte man 2024 noch Rentenpunkte kaufen
Doch warum gibt es bei den Rentenpunkten eine so drastische Teuerung? Laut dem Bundesverband der Rentenberater ändert sich der Kaufpreis für einen Rentenpunkt jedes Jahr. Er wird aus dem Beitragssatz zur Rentenversicherung und dem sogenannten vorläufigen Durchschnittsentgelt ermittelt.
Das Durchschnittsentgelt ist — vereinfacht gesagt — eine Rechengröße der Sozialversicherung und bildet den Durchschnittsverdienst aller Versicherten ab. Aktuell liegt das vorläufige Durchschnittsentgelt für das Jahr 2024 bei 45.358 Euro. Wer diese Summe verdient, erhält dafür einen Rentenpunkt.
Doch 2025 steigt das Durchschnittsentgelt auf 50.493 Euro und zieht damit auch den Preis für einen Rentenpunkt nach oben. Daher die Teuerung.
Übrigens: So viel Rente darf man steuerfrei beziehen.
Kann man Rentenpunkte von der Steuer absetzen?
Bei einem regulär verdienten Rentenpunkt zahlt der Arbeitgeber die Hälfte. Wenn man einen Rentenpunkt kauft, zahlt man den gesamten Preis hingegen allein. Allerdings kann man den Kauf von Rentenpunkte in der Steuererklärung als Vorsorgeaufwand geltend machen. Dabei sollte man allerdings beachten, dass es dafür eine Höchstgrenze gibt.
Laut dem Portal Finanztip liegt die Höchstgrenze für Alleinstehende im Jahr 2024 bei 27.566 Euro. Einen Teil dieses Beitrags reizt man automatisch aus, wenn man Arbeitnehmer ist. Denn auf dem Posten werden auch die Zahlungen an die Rentenversicherung geltend gemacht, die man über seinen Lohn automatisch leistet, und zwar, einschließlich des Arbeitgeberanteils.
Ein durchschnittlicher Alleinstehender sollte 2024 laut Finanztip deswegen maximal 2,27 Rentenpunkte kaufen, wenn er sonst kein Geld für andere absetzbare Altersvorsorgeaufwendungen oder Sonderausgaben ausgegeben hat. Denn mehr Rentenpunkte würden das übrig gebliebene Maximum von 19.129 Euro für Altersvorsorgeaufwendungen ausreizen.
2025 sieht die Situation anders aus. Dem Bundesverband der Rentenberater zufolge steigt zum Jahreswechsel der Höchstbeitrag von Vorsorgeaufwendungen, den Alleinstehende steuerlich geltend machen können, von 27.566 Euro auf 29.344 Euro. Bei gemeinsam veranlagten Paaren verdoppelten sich die Summe.
Preiserhöhung: Warum man vor dem Jahreswechsel noch Rentenpunkte kaufen sollte
Wer vor der Teuerung zum Jahreswechsel noch Rentenpunkte kaufen will, sollte schnell handeln. Denn wie der Bundesverband der Rentenberater erklärt, muss der zusätzliche Kauf von Rentenpunkten zunächst bei der Versicherung beantragt werden. Danach haben die Versicherten drei Monate Zeit, um ihre Zahlung zu leisten. Die gute Nachricht: „Wenn diese im Jahr 2024 auf den Weg gebracht wird, besteht innerhalb der Frist Anspruch auf den ‚Rabatt von 11,3 %‘ – trotz Zahlung erst in 2025.“
Thomas Neumann, Präsident des Bundesverbandes der Rentenberater, resümiert: „Durch den Kniff, den Kauf zusätzlicher Rentenpunkte diesen Herbst auf den Weg zu bringen, die Überweisung unter Ausschöpfung der Maximalbeträge auf 2024 sowie 2025 aufzuteilen und binnen drei Monaten zu leisten, bietet die gesetzliche Rente für Angestellte, die Kapital zur Anlage haben, derzeit eine attraktive Möglichkeit.“
Voraussetzungen: Wer kann einen Rentenpunkt kaufen?
Rentenpunkte kann nicht jeder kaufen. Um einen Punkt zu erwerben, muss man tatsächlich bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Laut Finanztip muss man mindestens 50 Jahre alt sein. Und es muss die realistische Chance bestehen, die 35 Beitragsjahre zu erreichen, die für die vorgezogene Rente ab 63 Voraussetzung sind.