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Familie und Partnerschaft
Sexualität im Alter: Was sich verändert – und was bleibt
Was passiert mit der Sexualität, wenn wir älter werden? Erfahren Sie mehr über Veränderungen und Beständigkeit.
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Foto: Annette Riedl, dpa (Symbolbild) | Sexualität verändert sich mit dem Alter - manche Sachen bleiben aber.
Stefanie Eller
 |  aktualisiert: 08.03.2025 07:19 Uhr

Sexualität ist ein fester Bestandteil des menschlichen Lebens – auch im höheren Alter. Dabei verändert sich die Sexualität mit der Zeit auf verschiedene Weise. Diese Veränderungen können sowohl körperlicher, psychischer als auch gesellschaftlicher Natur sein. Wie genau sich die Sexualität im Alter wandelt und welche Aspekte trotz dieser Veränderungen erhalten bleiben, erfahren Sie hier.

Sexualität: Das ändert sich mit dem Alter

Mit zunehmendem Alter unterliegt die Sexualität verschiedenen Einflüssen, die sowohl körperlicher als auch psychischer und gesellschaftlicher Natur sein können. Diese Veränderungen betreffen die Art und Weise, wie Nähe, Intimität und Begehren erlebt werden.

Körperliche Veränderungen

Mit zunehmendem Alter verändern sich die körperlichen Voraussetzungen, was sich auch auf die Sexualität auswirkt. Laut Angaben der AOK spielen dabei Hormonumstellungen eine zentrale Rolle: Bei Frauen führt der sinkende Östrogenspiegel während der Wechseljahre oft zu trockenerer Scheidenschleimhaut und verzögerter Erregung, was Schmerzen beim Geschlechtsverkehr begünstigen kann.

Bei Männern sinkt der Testosteronspiegel laut der AOK schrittweise, was die Libido verringern und zu Erektionsstörungen führen kann. Zusätzlich lassen körperliche Veränderungen wie abnehmende Beweglichkeit und allgemeine Erschöpfung viele Aktivitäten anstrengender werden. Erkrankungen wie Harninkontinenz, chronische Krankheiten oder die Nebenwirkungen von Medikamenten können ebenfalls das sexuelle Erleben im Alter verändern.

Psychologische und kognitive Veränderungen

Mit zunehmendem Alter verändern sich nicht nur die körperlichen, sondern auch die psychologischen und kognitiven Aspekte der Sexualität. Laut Psychology Today spielt das Selbstbild dabei eine wichtige Rolle: Körperliche Veränderungen wie Gewichtszunahme, Falten oder graue Haare führen bei vielen Menschen zu einem veränderten Gefühl der eigenen Attraktivität. Diese Wahrnehmung kann das Erleben von Sexualität beeinflussen und verändert, wie Menschen ihre sexuelle Zufriedenheit wahrnehmen.

Laut Psychology Today verändern sich auch Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung im Laufe des Lebens. Da sexuelle Erregung oft im Kopf beginnt, kann dies Auswirkungen auf die mentale Erregbarkeit haben. Solche psychologischen und kognitiven Anpassungen prägen die Art und Weise, wie Sexualität im Alter erlebt wird.

Abnehmende sexuelle Aktivität

Mit zunehmendem Alter nimmt bei vielen Menschen die Häufigkeit sexueller Aktivitäten ab, wie der SWR berichtet. Dies kann durch körperliche und psychische Veränderungen beeinflusst werden. Laut Angaben des SWR ist dieser Rückgang jedoch nicht ausschließlich auf das Alter zurückzuführen, sondern hängt auch mit der Dauer der Beziehung zusammen. Menschen, die im Alter eine neue Partnerschaft eingehen, erleben so häufig eine intensivere sexuelle Aktivität. Die Veränderungen betreffen somit eher die Dynamik der Beziehung im Alter, als die biologische Veränderung an sich.

Gesellschaftliche Sicht auf Sexualität

Aber nicht nur innerhalb einer Partnerschaft oder auf individueller Ebene verändert sich die Sexualität im Alter – auch das gesellschaftliche Bild unterliegt einem Wandel. Laut Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wird die Sexualität älterer Menschen in einer auf Jugend und äußere Attraktivität fixierten Gesellschaft oft tabuisiert.

Dabei sind tief verwurzelte Altersstereotype noch immer präsent. Häufig wird älteren Menschen unterstellt, dass Sexualität im Alter an Bedeutung verliert oder unästhetisch sei, wie die bpb berichtet. Solche Vorstellungen können dazu führen, dass sich ältere Menschen selbst in ihrer Sexualität einschränken oder sich schämen, offen über ihre Bedürfnisse zu sprechen.

Sexualität im Alter: Das bleibt

Trotz der Veränderungen, die mit dem Alter einhergehen, bleibt das Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit und emotionaler Verbindung erhalten. Laut der bpb bleibt das Interesse an körperlichem Kontakt, wie Umarmungen oder Streicheleinheiten, oft bis ins hohe Alter bestehen. Auch die Fähigkeit, sexuelle Lust und Erfüllung zu empfinden, bleibt erhalten – selbst wenn die Häufigkeit sexueller Begegnungen abnimmt. Dies zeigt, dass Intimität und körperliche Zuwendung weiterhin wichtige Bestandteile eines erfüllten Lebens bleiben.

Das Gefühl der Verbundenheit mit einem Partner oder einer Partnerin sowie das gemeinsame Erleben von Nähe und Intimität bleiben also zentrale Aspekte der Sexualität, unabhängig vom Alter. Auch wenn sich Ausdrucksformen und Prioritäten im Laufe der Zeit wandeln, zeigt sich, dass das Verlangen nach Zärtlichkeit, Nähe und Verbundenheit ein konstantes Element bleibt.

Änderungen von Sexualität im Alter: Das muss nicht schlecht sein

Dass sich Sexualität im Alter verändert, muss nicht zwangsläufig negativ sein. Laut Psychology Today können ältere Menschen durch Lebenserfahrung offener und gelassener in Bezug auf ihre Bedürfnisse und Wünsche sein. Diese Gelassenheit ermöglicht oft einen entspannteren Umgang mit Sexualität, bei dem emotionale Nähe, Zärtlichkeit und Intimität stärker in den Mittelpunkt rücken.

Die veränderten Prioritäten führen laut Psychology Today dazu, dass Sexualität im Alter stärker als Quelle von Verbundenheit und Zufriedenheit erlebt wird. Dies zeigt, dass sie nicht nur Veränderungen unterliegt, sondern auch neue Aspekte der Erfüllung bereithält.

 
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