
Pansexualität ist eine sexuelle Orientierung, die seit einigen Jahren immer häufiger im öffentlichen Diskurs auftaucht und dabei traditionelle Vorstellungen von Anziehung und Geschlecht hinterfragt. Während Begriffe wie hetero- und homosexuell den meisten geläufig sind, bleibt oft missverstanden. Was steckt hinter der Orientierung?
Pansexualität erklärt: Was bedeutet das?
Pansexualität beschreibt laut der Friedrich Ebert Stiftung eine sexuelle Orientierung, bei der Menschen sich unabhängig vom Geschlecht oder der Geschlechtsidentität zu anderen hingezogen fühlen – sei es emotional, romantisch oder sexuell.
Der Begriff „pan“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „alles“, was auf die Offenheit gegenüber allen Geschlechtern hinweist, einschließlich genderfluider, intergeschlechtlicher und nicht-binärer Personen. Für pansexuelle Menschen ist das Geschlecht der Person zweitrangig; im Mittelpunkt steht der Mensch selbst.
Im Gegensatz zur psychoanalytischen Sichtweise, die Pansexualität in einen negativen Zusammenhang mit psychischen Störungen bringt, sehen viele in der LGBTQIA+ Community Pansexualität als einen bewussten Schritt gegen starre gesellschaftliche Normen.
Das Identifizieren als pansexuell bietet vielen Menschen eine Möglichkeit, sich selbst auszudrücken und sich innerhalb der LGBTQIA+ Community zu verorten, abseits von traditionellen Geschlechterrollen und Erwartungen.
Pansexualität: Eine vielfältige Orientierung
Die Bezeichnung Pansexualität ist relativ neu und entwickelt sich noch immer in ihrer Bedeutung. Menschen, die sich als pansexuell identifizieren, beschreiben sich laut Britannica oft als ungebunden an Geschlecht und Geschlechtsidentität, wenn es um Anziehung geht.
Einige nutzen den Begriff auch, um ihre Offenheit für trans- und nicht-binäre Personen zu zeigen oder um ihre Unterstützung für Partner*innen mit fluiden oder wechselnden Geschlechtsidentitäten auszudrücken.
Für manche steht Pansexualität für eine generelle Offenheit und Flexibilität in der Anziehung, während andere damit betonen, dass Geschlecht in ihrer Anziehung keine Rolle spielt, und ein Spektrum an Identitäten sichtbar machen möchten.
Pansexualität und Bisexualität: Ein Vergleich
Es gibt Debatten über die Begriffe Pansexualität und Bisexualität, besonders in Bezug auf die Frage, ob sie das Gleiche ausdrücken. Kritiker sagen laut Britannica, dass das „bi-“ in Bisexualität (was „zwei“ bedeutet) die Idee unterstütz, dass es nur zwei Geschlechter gibt, während Pansexualität explizit alle Geschlechter umfasse. Dennoch verstehen viele Bisexuelle „bi-“ als Anziehung zu mehr als einem Geschlecht, was auch nicht-binäre Identitäten einschließt.
Die Begriffe überschneiden sich oft und einige nutzen „bi+“ als Sammelbegriff, der auch Pansexualität mit einschließt. Für manche ist Pansexualität ein spezifischer Ausdruck von Offenheit und die Ablehnung binärer Kategorien, während Bisexualität eine flexible Anziehung zu mehreren Geschlechtern beschreibt. Beide Begriffe betonen jedoch, dass Anziehung vielfältig und nicht an starren Geschlechtergrenzen festgelegt ist.
Berühmte Personen, die sich als pansexuell identifizieren
Einige bekannte Persönlichkeiten sprechen offen über ihre Pansexualität und machen die Orientierung dadurch sichtbarer. Laut dem Miss Magazin gehören folgende bekannte Personen dazu:
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Miley Cyrus outete sich 2016 als pansexuell und sorgte damit für viel Aufmerksamkeit. Bereits im Teenageralter sprach sie mit ihrer Mutter über ihre Anziehung zu allen Geschlechtern.
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Paris Jackson, Tochter von Michael Jackson, beschrieb sich 2018 auf Instagram als pansexuell. Sie betont, dass sie sich nicht in Schubladen stecken lassen möchte.
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Brendon Urie, der Sänger von „Panic! at the Disco“, erklärte 2018, dass er pansexuell sei. Der verheiratete Musiker betont, dass das Geschlecht seiner Partner für ihn keine Rolle spiele.
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Bella Thorne ist bekannt dafür, ihre Pansexualität offen anzusprechen. Sie zeigt, dass sie sich in ihrer Partnerwahl frei fühlt und sich nicht von gesellschaftlichen Erwartungen einschränken lässt.