zurück
Familie und Partnerschaft
Menschenhass als Einstellung: Kennen Sie diese berühmten Misanthropen?
Diese sieben bekannten Persönlichkeiten zeigen in ihren Ansichten und Werken eine starke Abneigung gegen die Menschheit und machen Misanthropie zur prägenden Lebenseinstellung.
81090109 (1).jpg       -  Michel Houellebecq ist für seine kontroverse Literatur bekannt. Betrachtet man seine Einstellung zur Gesellschaft, könnte man ihn als Misanthropen bezeichnen..
Foto: Ennio Leanza, dpa | Michel Houellebecq ist für seine kontroverse Literatur bekannt. Betrachtet man seine Einstellung zur Gesellschaft, könnte man ihn als Misanthropen bezeichnen..
Stefanie Eller
 |  aktualisiert: 21.03.2025 02:39 Uhr

Misanthropie ist für manche eine Lebenseinstellung, geprägt von tiefem Menschenhass und der Verachtung gegenüber der Menschheit. Während sich einige selbst als Misanthropen bezeichnen, lassen sich andere durch ihre Ansichten und Haltung zur Gesellschaft so einordnen. Das sind sieben berühmte Persönlichkeiten, die aufgrund ihrer Sicht auf die Menschheit als Misanthropen bezeichnet werden können.

Einer der berühmtesten Misanthropen ist Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer gilt als einer der prominentesten Misanthropen der Philosophiegeschichte. Seine tiefe Skepsis gegenüber der Menschheit und sein Pessimismus prägten laut dem Standard sein Werk und seine Persönlichkeit. Schopenhauer war überzeugt, dass das menschliche Leben von irrationalen Trieben und einem unbewussten „Willen zum Leben“ gesteuert wird, was für ihn die Quelle allen Leids war. Anders als die Aufklärer, die an den Fortschritt und die moralische Verbesserung der Gesellschaft glaubten, sah Schopenhauer die Menschheit in einem endlosen Kreislauf von Verlangen, Enttäuschung und Schmerz gefangen.

Seine philosophische Lösung für dieses Dilemma bestand in der „Verneinung des Willens“, einem Verzicht auf das Erfüllen der eigenen Wünsche und Begierden, um dadurch Frieden zu finden. Schopenhauer sah diese Haltung vor allem in der buddhistischen Tradition und bei christlichen Heiligen verwirklicht. Für ihn war das Leben eine Kette aus Verlangen und Leid, die der Mensch durch Askese durchbrechen konnte. Seine Ansichten über den Menschen waren dabei alles andere als schmeichelhaft: Er sah die Menschen häufig als egoistisch und von niederen Motiven getrieben und sprach in seinen Aphorismen oft abfällig über die Gesellschaft.

Auch in seinem Privatleben zeigte sich Schopenhauers misanthropische Einstellung – etwa, wenn er im Restaurant den Tisch wechselte, sobald er die Gespräche seiner Mitmenschen als „Unsinn“ empfand, oder wenn er mit seiner Haushälterin harsch umging. Dennoch zeigte er eine überraschende Zuneigung zu Tieren, die er häufig höher als die Menschen schätzte. Seine Hunde nannte er „Atman“ – was in der indischen Philosophie „Weltseele“ bedeutet. Schopenhauers Misanthropie war also nicht bloß eine Ablehnung der Menschen, sondern laut dem Standard Ausdruck einer tiefen Enttäuschung über ihre Unfähigkeit, ihre niederen Triebe zu überwinden.

Michel Houellebecq: Ein weiterer Berühmter Misanthrop

Michel Houellebecq, einer der umstrittensten französischen Schriftsteller, zeigt in seinen Ansichten und Werken eine deutliche Skepsis gegenüber den Grundwerten der modernen Gesellschaft. Laut Financial Times sieht er „humanitäre Ideen“ als schädlich und verurteilt die moralische Überlegenheit und den Elitismus der politischen Führungsschicht.

Themen wie Migration und Integration betrachtet er als Ursachen sozialer Konflikte, und seine Werke zeichnen oft ein düsteres Bild von einer entzweiten, entfremdeten Gesellschaft. Houellebecqs pessimistische Sichtweise und seine beißende Kritik an der Gesellschaft lassen ihn als scharfen, misanthropischen Beobachter erscheinen.

Mark Twain war ein weiterer berühmter Misanthrop

Mark Twain, oft als sozialkritischer Satiriker und bissiger Humorist gefeiert, zeigt in vielen seiner Aussagen eine klare Abneigung gegenüber der Gesellschaft seiner Zeit. Laut der Los Angeles Times spottete Twain nicht nur über gesellschaftliche Normen, sondern äußerte sich auch abwertend über bestimmte Gruppen, insbesondere Native Americans.

Seine Neigung, die Schwächen der Menschen scharf und schonungslos zu entlarven, gibt ihm das Bild eines misanthropischen Beobachters, der die Gesellschaft seiner Zeit auf bissige Weise kommentierte und verspottete – ohne Rücksicht auf politische Korrektheit oder gesellschaftliche Erwartungen.

Berühmte fiktive Misanthropen

Nicht nur reale Persönlichkeiten haben misanthropische Züge erlangt; laut Karrierebibel gibt es auch viele bekannte, fiktive Figuren, die durch ihre Abneigung gegenüber anderen Menschen und der Gesellschaft hervorstechen und als Misanthropen gelten können. Darunter zählen unter anderem:

  • Ebenezer Scrooge: Der verbitterte, kaltherzige Geschäftsmann aus “Eine Weihnachtsgeschichte” zeigt seine Menschenverachtung durch seine Gier und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer.

  • Sherlock Holmes: Der brillante Detektiv bevorzugt oft seine eigene Gesellschaft und sieht die meisten Menschen als weniger intelligent oder sogar störend an.

  • Dr. Gregory House: Der zynische Arzt aus der Serie Dr. House ist bekannt für seine abweisende Haltung gegenüber Patienten und Kollegen, die er als lästig oder inkompetent betrachtet.

  • Joker (Batman): Der Joker empfindet gegenüber der Gesellschaft Verachtung, betrachtet Menschen oft als manipulierbar und ist misanthropisch in seiner Freude an Zerstörung.

 
Themen & Autoren / Autorinnen
Arthur Schopenhauer
Batman
Französische Schriftstellerinnen und Schriftsteller
Humanität
Mark Twain
Menschheit
Michel Houellebecq
Satiriker
Sherlock Holmes
Traditionen
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden Jetzt registrieren

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits von 50 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen